Schlossgarten und Schlosspark

 Zu jedem ordentlichem Schloss gehört natürlich auch ein Park, mindestens jedoch ein Garten. Deshalb wird in einem Atemzug mit dem Hinweis auf die Erbauung des Trippstadter Schlosses durch Franz Carl Joseph

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 Freiherr von Hacke (1767) ergänzend erwähnt: „.... und ließ es mit einem herrlichen Schlossgarten im französischen Stil umgeben."

In dieser Zeit des Barock war Frankreich führend in der Gartenkunst, was auch zu dem im Stil des Versailler Schlossparkes angelegten Garten mit seinen streng geometrischen Formen und den zum Teil mit Figuren versehenen Brunnen führte. Bedingt durch den zu großen Maßstab der zum selben Zeitpunkt wie die Fertigstellung des Schlosses hergestellten „Geometrischen General Carte" und der dazu gehörigen Beschreibung ist dies jedoch im Detail nicht zu erkennen. Allerdings wurde die seinerzeitige zum größten Teil mit einer Mauer umfriedete Fläche des „neuerbauten Schlosses samt Höfen, Nebengebäuden und Gärten" auf exakt 8 Morgen,
1 Viertel und 10 Ruthen, was etwas über 3 Hektar entspricht, angegeben.

In der vorstehend zitierten Karte ist folgende, äußerst interessante Anmerkung zu finden: „Alle Straßen und Wege im ganzen Amt Trippstadt sind nunmehr auf gnädige Anordnung Sr. Hochfreiherrlichen Excellenz mit puren weissen Maulbeerbäumen besetzt und dadurch der Grund(stock) zur zukünftigen Seiten(Seiden)-Plantage gelegt worden". Gemeint war die damals bis ins 19. Jahrhundert im hiesigen Raum (vergeblich!) versuchte Seidenraupenzucht. „Die echten weissen Maulbeerbäume, welche im rauhen Westricher Wald-Klima kein Gedeihen finden konnten", sind schon längst verschwunden.

 ©Historisches Museum der Pfalz, Inventar Nr. HM 1986/16. Foto Kurt Diehl Trippstadt-Karte / Ausschnitt - Amt Willenstein 1764 bzw.1767

Längeren Bestand hatte sicher die Anpflanzung anderer Baumarten, wie z. B. die Lindenallee entlang der heutigen Hauptstraße vom Schloss hinab zum Oberhammer (oberer Eisenhammer) am oberen Eingang des Karlstals und die von der Steiggasse vorbei an Burg Wilenstein zum Karlstal.Im Laufe des 18. Jahrhunderts bestimmte England immer mehr über die Gartenkunst und löste bald den französischen Stil durch den Landschafts-Garten ab. Vermutlich im Jahr 1791 beauftragte der letzte der drei Freiherren von Hacke, nämlich Carl Theodor den damals ebenfalls in Diensten des gleichnamigen (da Patenonkel von Vorstehendem) Kurfürsten der Pfalz stehenden Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823), den Park um das Trippstadter Schloss als Landschaftsgarten (in nunmehr englischem Stil) zu gestalten.

 Von links  Sckell, Carl Theodor, Rumford im Englischen - Garten in München

Foto: Aus der Zeitung  "Die Rheinpfalz" - Zum Wochenende - 2000

 Da es einerseits keinerlei Unterlagen darüber gibt, daß der vorhandene Schlossgarten umgestaltet wurde, und andererseits dieser bei der teilweisen Zerstörung des Schlosses in den Französischen Revolutionskriegen (1794) ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann davon ausgegangen werden, dass sich diese „Gartengestaltung" auf die von Sckell selbst ausführ-lich beschriebene Gestaltung des Karlstals, insbesondere der Karlstalschlucht und den außerhalb der heutigen Schlossgartenmauer über den unteren Teil des Kaltenborner Tals bis zum Karlstal sich erstreckenden Teil des Schlossparks bezieht. Als weiteres Indiz hierfür spricht auch der noch heute so bezeichnete Englische Weg hinter dem neuen Sportplatz.

 Katasterkarten aus den Jahren nach dem Tode von Sckell zeigen keine Mauer-Umfriedung an der Südwestseite des Schlossgartens (also Richtung Sportplatz) mehr und weisen in der Gewann Breitacker einen etwa dreimal so großen Gartenbereich wie in der ursprünglichen Karte von 1767 aus, nämlich knapp 9,5 ha. In diesen Flächen lagen Äcker mit Wiesen und Waldflächen, welche sowohl parkartig als auch holzwirtschaftlich genutzt worden sein könnten.

 Nach dem Übergang des Trippstadter Schlosses in den Besitz des bayerischen Staates (1865) wurden sehr bald die Ländereien am Schloss nach und nach versteigert bis schließlich der ursprüngliche Teil vom Schloss mit Schlossgarten und dem an und gegenüber der Straße gelegenen Umgriff in der Größe von etwa 3 ha bis heute übrig blieb.

Der Lageplan „Anlagen beim Schloß in Trippstadt" aus der Zeit der Eröffnung der Waldbauschule 1888 vermittelt einen ungefähren Eindruck, wie es dort weitestgehend noch etwa bis Mitte des letzten Jahrhunderts ausgesehen hat. Wie aus der nur schwer erkennbaren Beschriftung hervorgeht, war der architektonisch angelegte Vorgarten (zwischen Schloss und Straße) ein Botanischer Garten, der allerdings bereits im letzten Weltkrieg bis auf wenige Solitärbäume wieder verschwunden ist.

 Das Wappen von Trippstadt

Das wohl bedeutendste Datum aus der jüngsten Zeit ist der 22. Juni 1985. An diesem denkwürdigen Tag wurde der Schlossgarten von der Landesforst - verwaltung in die Obhut der Gemeinde Trippstadt übergeben und damit offiziell zur allgemeinen Nutzung durch die Bevölkerung geöffnet. Davon zeugt auch ein aus diesem Anlass im inzwischen – ganz im Sinne seines Erholungszwecks für Bürger und Gäste – neugestalteten Schlossgarten nahe dem großen Eingangstor an der Steiggasse errichteter sog. Knorzebaum mit Kurztext hierzu. Initiator und Organisator dieser Aktion war der Verfasser.

 Der im Schlossgarten noch verbliebene, z. T. sehr alte Baumbestand besteht aus über 170 Exemplaren mit über 40 Baumarten. Eine ganze Reihe davon sind ausgesprochene Exoten wie z. B. die Weiße Hickory, Schwarznuß, Kaukasus-Fichte, Spätblühende Trauben-Kirsche, Zerr-Eiche, Sumpf-Eiche, Kanadische Herlocktanne und Riesen-Lebensbaum, um nur einige davon zu nennen. Natürlich darf auch der Baum des Jahres 2000, die Sand- oder Hänge-Birke, nicht fehlen.

Es bleibt nur noch zu wünschen, dass es ermöglicht werden kann, den Schlossgarten nicht nur in seiner jetzigen Gestaltung zu erhalten, sondern ihn zumindest teilweise wieder in seine (französische) Ursprungsform zurückzuversetzen.

 

                         Foto: Helmut Çelim -2000-

Quellen:

Diverse Veröffentlichungen in „Trippstadt im Kranz der Wälder" im

letzten Jahrzehnt, insbesondere von

Boiselle, Roland

Çelim, Helmut

Faas, Dieter

Frenzel, Walter

Sitzenstuhl, Franz

 Ernst Dickerhof

„Das Wilensteiner Land" (1991) von Erhard Brenk und Kurt Knebel

Diplomarbeit „Der Trippstadter Schlossgarten" (1999) von Katharina Breitkopf

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