Die Schlossherren von Trippstadt
„Nichts währet ewiglich!"
So übernahm nach damaligem Brauch Carl Theodor (I) als der erstgeborene Sohn des Schloss-Bauherrn Franz Carl Joseph Freiherr von Hacke nach dessen Tode 1780 das väterliche Erbe.
|
|
Freiherr Carl Theodor von Hacke
Aquarell von Wilhelm Kobell, 1788, im Trippstadter Schloss - Original im Reißmuseum Mannheim
Seine Freiherrlichkeit im Trippstadter Schloss dauerte nicht lange. Im besten Mannesalter und voller Schaffensfreude riß ihn der Tod am 23. Oktober 1792 aus dem Kreis seiner Familie. Mit diesem dritten derer von Hacke ging die gerade ein viertel Jahrhundert dauernde Episode dieser dörflichen Residenz zu Ende. Sein ältester Sohn aus erster Ehe war zu diesem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt und damit noch unmündig, sodass das Amt des Obristjägermeisters und das des Obristforstmeisters in andere Hände überging.
Beide Porträt von Johann Georg Ziesenis ( um 1745 )
Just in dieser Zeit begannen die schrecklichen Kriege der Französischen Revolution in der Pfalz zu wüten. Der Rest der Familie von Hacke konnte 1793 gerade noch rechtzeitig nach Mannheim fliehen, bevor französische Revolutionstruppen am 13. Juli 1794 die Schanze am Bartelsberg erstürmten und Ort und Schloss Trippstadt besetzten. Hierbei wurde der Westflügel des Schlosses durch Geschosse stark beschädigt. So blieb es fast ein Jahrhundert lang angeschlagen und war nur im Ostflügel bewohnbar.
Die französische Regierung beließ zwar den privatrechtlichen Besitz – und damit auch das Schloss – der freiherrlichen Familie von Hacke. Dieser wurde jedoch 1811 an Dagobert Thurmann, Notar in Straßburg, – allerdings wohl nur in der Rolle eines Zwischenhändlers – verkauft und bereits ein Jahr später an die Hagenauer Firma Nebel & Cie.
Von ihr erwarb 1833 der pfälzische Eisenhüttenwerksbesitzer und Industrielle Freiherr Johann Michael Ludwig von Gienanth das ruinierte Schloss mit Umgriff und einer ganzen Menge Wald dazu. Auf diesen bezog sich ohnehin sein Interesse wesentlich mehr als auf das Schloss, denn er besaß noch nicht genügend eigene Waldungen zur Gewinnung der für seine Eisenhüttenwerke so wichtigen Holzkohle. Die Freiherren von Gienanth versuchten sogar das Trippstadter Schloss zum Zwecke der Errichtung einer Strafarbeitsanstalt an die Königliche Regierung zu verkaufen, allerdings vergeblich.
Endlich klappte es im Jahre 1865 doch mit dem Verkauf des Schlosses einschließlich seines Umgriffs und des gesamten Trippstadter Waldes (vier damalige Forstämter) an den bayerischen Staat zu einem Preis von rd. einer Million Gulden. Zu diesem Zeitpunkt war die Pfalz schon fast 50 Jahre in das Königreich Bayern integriert.
Zwanzig Jahre später (1885) begann mit der Einrichtung eines Staatlichen Forstamtes und der dazugehörigen Dienstwohnung des Oberförsters – so wurde damals der Forstamtsleiter genannt – die fortan bis heute ununterbrochene forstliche Nutzung des Schlosses. Dieses war mittlerweile jedoch immer mehr dem Verfall preisgegeben. Das ging sogar soweit, daß aus finanziellen Gründen erwogen wurde, den beschädigten Westflügel des Gebäudes abzureißen.
Erst als im Frühjahr 1888 durch das Königliche
Finanzministerium die Ent-scheidung zur Einrichtung einer Waldbauschule zur
vierjährigen Ausbildung von pfälzischen Revierförstern getroffen wurde und
diese bereits am
1. Oktober desselben Jahres eröffnet werden sollte (und auch wurde!), mußte
unverzüglich mit der Schlossrenovierung und Herstellung der Schul- und
Wohnräume begonnen werden. Da wie befürchtet das Balkenwerk zum großen Teil
angefault war, erforderte die gründliche Instandsetzung des geräumigen
Gebäudes einen ganz beträchtlichen Kostenaufwand.
Die Nutzung des Schlosses als forstliche Ausbildungsstätte – nämlich als Waldbauschule, Forstschule für Pfälzer und Saarländer, Landesforstschule sowie Aus- und Fortbildungsanstalt – dauerte mit vielen, teils sogar längeren kriegsbedingten Unterbrechungen fast 100 Jahre; komprimiert man die Ausbildungszeiten, ergibt dies immerhin über 60 Jahre.
Forstamt (bis 1986) und bis 1984 auch Dienstwohnungen waren während dieser Zeit immer im Schloss untergebracht.
Seit 1984 ist das Trippstadter Schloss Sitz der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) Rheinland-Pfalz. In den Jahren 1985-87 erfolgte wieder mal eine dringend notwendige gründliche Renovierung mit einem Kostenaufwand von weit über einer Million DM. Somit erstrahlt heute Trippstadts markantestes Bauwerk – die kleine Residenz im Pfälzerwald – wieder in altem Glanz.
| e |