Begehung der Anlage:
Eine Besuchergruppe hat in ihrer Vereinszeitschrift folgendes geschrieben: "Während man ins
Trippstadter Schloß
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und seinen Park freien Zutritt hat, muß man sich für die Besichtigung der Anlage einer Gruppe anschließen".
Das ist richtig. Eine kleine Gruppe mit Führung besteht aus 5 bis maximal 10 Personen. Treffpunkt ist die Wegekreuzung an der Brunnenstollenhütte am Judenhübel.
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Zuerst wird die Gruppe vom Führer über die Entstehung dieses Kulturbauwerkes informiert. Anschließend wird passende Kleidung (Fischerhosen - Mindestgröße 1,50 m) verteilt. In diese Hosen zu schlüpfen ist lustig und abenteuerlich. Zweites Kleidungsstück für diese Expedition ist ein Regenmantel, damit die eigene Kleidung sauber bleibt. Wenn dann noch der Helm als Kopfschutz oder -bedeckung angezogen ist, werden Gruppenfotos gemacht. Die Gruppe bewegt sich nun in Richtung Eingang zum Quellbachtal. Auf die an der Nordseite "U-förmig" angelegte Trockenmauer folgt eine ca. 0,60 m breite und 1,50 m hohe Öffnung.
Zu dieser Öffnung gelangt man über 4 terrassenförmig angelegte Stufen. Der Eingang liegt ca. 2,50 m tiefer als die Geländeoberkante.
Der Eingang ist heute durch ein im Jahre 1982 von Heinz Denig geschmiedetes, eisernes
Gittertor gesichert. Foto
( unt. Li+Re) : Herr
Schacher, geol. Institut Heidelberg
Über den Türen wurden von Hobby-Steinmetz Ernst Dickerhof aus Mainz das in Stein gemeißelte
Trippstadter Gemeindewappen angebracht.
Nach Öffnung der Eingangstür gehen wir im "Katzenbuckel" in die Anlage hinein und müssen die Lampen anmachen.
Bevor wir uns nach rechts drehen (in den Hauptsammler), führt vor uns ein Gang geradeaus. Das ist der 1. Sauger (Wasseraustrittstelle), 29,80 m lang.
Dann gehen wir nacheinander in den Hauptsammler. Der letzte Besucher schließt die Eingangstür von innen zu.
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Wir bewundern das in Trockenmauerform mit Gewölbeabdeckung errichtete Bauwerk.
Auf der Mauer wurde ein Gewölbegerüst errichtet. Darauf hat man die konischen Sandsteine nebeneinander gestellt.
Danach hat man das Gewölbegerüst ausgebaut und somit stand dieses wunderschöne Bauwerk. Als letztes wurde der gesamte Trockenmauerbereich mit Erde verfüllt.
Wir bewegen uns in Wasserfließrichtung weiter. Plötzlich entdecken wir an der rechten Mauer einen Absatz.
Dieser Absatz befindet sich direkt am 2. Sauger, der sich von der linken Seite an den Hauptsammler anschließt und 46,25 m lang ist.
Auf der gesamten Länge besitzt er 2 Lüftungsschächte (50x50 cm), und wenn man in
diese hineinschaut, sieht man das Tageslicht.
Solche typischen Absätze in der Mauer kommen dann zustande, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig an einer Arbeit beschäftigt sind.
Man kann daraus schließen, daß eine Gruppe mit dem Mauern am 1. Sauger und die 2. Gruppe am 2. Sauger angefangen hat.
Der Hauptsammler wird besonders in der Regenzeit von dem 2. Sauger mit reichlich Wasser gespeist.
Wir setzen unsere Besichtigung fort. Der Hauptsammler vor uns ändert seine Richtung nach rechts.
Plötzlich können wir an einer Stelle wieder aufrecht stehen. Wir befinden uns nun 29 m tief in dem Quellbachbaulos und finden immer noch Trockenmauern vor (Erdüberdeckung ca. 3,5 - 4,0 m).
Hier entdecken wir einen 3. Lüftungsschacht, der auch in Trockenmauerform errichtet ist. Diese Lüftungsschächte dienten mit Sicherheit auch der Wasseraufbereitung.
Der Sauerstoff kam durch diese Schächte in die Anlage hinein, ausgetretenes Wasser wurde mit Sauerstoff angereichert und somit trinkbar gemacht.
Eine weitere Aufgabe dieser Lüftungsschächte dürfte darin bestanden haben, die Temperatur im Tunnel durch Luftzirkulation konstant zu halten, damit das Wasser immer trinkbar blieb.
Nachdem wir einen ca. 35,00 m langen Weg im Quellbachbaulos zurückgelegt haben, sehen wir kein Trockenmauergewölbe mehr.
Was wir nun sehen ist Fels, einige Löcher in der Felswand, der Boden ist eben und die
Rückwand konkav gekrümmt.
Wir entzünden die in den Löchern aufgestellten Kerzen, es wird hell.
Der gesamte Bauabschnitt war mit insgesamt 7 Nischen (Beleuchtungsnischen) versehen.
4 Stück im "Quellbachbaulos", 3 Stück im "Judenhübelbaulos".
Die Nischen haben verschiedene Größen und
Formen und keine regelmäßigen Abstände.
Die Beleuchtungsnischen sind perfekt hergestellt, und man kann ohne Zweifel sagen, daß sie von fachkundigen Steinmetzen erstellt worden sind.
Im "Quellbachbaulos" sind 3 Nischen am Eingang im Felsbereich und im
"Judenhübelbaulos" 2 breite Nischen eingemeißelt.
Aufgrund einiger Tests kann man nicht ausschließen, daß diese Nischen nur für die Arbeiter während der Bauzeit zur Gewöhnung an das Tageslicht benötigt wurden.
Wir gehen nun 5,0 m weiter, und die Sohle fällt etwas steiler nach unten.
Vom Eingang aus haben wir nun 72,0 m
im "Quellbachbaulos" zurückgelegt. Die Kopfhöhe
Fotos (Re + Li) :Herr Schacher, geol. Institut Heidelberg
wird immer niedriger (bis 1,55 - normal 1,80 m) und der Wasserspiegel steigt langsam an den Stiefeln hoch.
Der Gang führt einmal nach rechts und dann wieder in einem Linksbogen usw.
Plötzlich merken wir, daß der Wasserspiegel höher als unsere Knie steht (30-60 cm), wir sind an Station "98,0 m".
Nach einer Weile erschallt der Ruf "Vorsicht Stufe"!
Wir sind nun an der Stelle (155,0 m), an der wir das "Quellbachbaulos" verlassen und in gebückter Haltung in das
"Judenhübelbaulos" hineingehen.
Wir fühlen uns hier in dem Tunnel sehr wohl. Die Kopfhöhe beträgt min. 2,50 m, die Breite bleibt bei 60 - 70 cm.
In Sichtweite erkennen wir das Ende des "Judenhübelbauloses" durch dieHelligkeit des Tageslichtes.
Zuerst betrachten wir uns an dieser Stelle (Station 160,0 m) die 4te Anweisung, die die beiden Baulose
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verbinden sollte.
Wir setzen unsere Expedition fort. Die Anlage scheint auf den ersten Blick geradeaus zu verlaufen, aber bei genauem Hinsehen bemerken wir, daß sie ihre Richtung nach rechts und links in gewissen Toleranzbereichen
ändert.
«Foto : Herr Schacher, geol. Institut Heidelberg
Der Wasserspiegel ist nur noch 10 cm hoch.
An Station 188,0 m sind wir 11,0 m unter der Brunnenstollenhütte.
Wir gehen von dieser Stelle in dem "Judenhübelbaulos" (Südseite) ca. 6 m weiter und entdecken die Inschrift an der rechten Felswand
ca, 2,0 m über der Sohle, dicht unter der Decke. "BALTZER-STRASBURGER 1767".
Die Buchstaben sind ca. 7 cm groß, die gesamte Inschrift 24 cm hoch.
Die Zeilen sind unterschiedlich lang, die längste Zeile mißt 49 cm.
Die gleichen wie die hier verwendeten Buchstaben und Ziffern findet man an der ev. Kirche, in der Verteilerkammer an der Hauptstraße 77, an der Wilensteiner Burg und am Schloß wieder.
Das Schloß, die Kirche und die Verteilerkammer des Wasserversorgungssystem wurden
von denselben Fachleuten oder Steinmetzen geplant und erbaut.
Einige Expeditionsteilnehmer werden langsam unruhig, sie wollen schnell ans Tageslicht.
An Station 235,0 m erkennen wir wieder Trockenmauerwerk und Gewölbe.
Hier verlassen wir den Felsteil des "Judenhübelsstollen".
Der Wasserspiegel steigt langsam wieder auf ca. 30 - 40 cm (Vorabsetzbecken).
Vor uns ändert die Anlage ihre Richtung stark nach rechts, und schon sehen wir die Ausgangstür (Auslauf).
Auf der Südseite (Judenhübel) befindet sich ein Absetzbecken, das aus zwei bzw. drei Kammern besteht.
Die Becken sind dafür da, daß sich Sand und Schwemmstoffe im Wasser in diesem Bereich absetzen. Das klare Wasser konnte in hölzernen
Deicheln und eisernen Rohren ins Dorf bzw. zum Schloß abfließen.
Foto ( Li. + Unt.) : Herr
Schacher, geol. Insitut Heidelberg
Das Absetzbecken ist durch fachmännisch hergestellte mächtige Sandsteinquader von 1,0 m bzw. 1,3 m Länge, 0,20 m Dicke und ca. 0,80 ./. 1,0 Breite getrennt.
Der das Absetzbecken enthaltende Gangabschnitt ist ca. 4,50 m lang, 2,65 m hoch, 1,30 m breit und hat ein Volumen von ca. 5,0 cbm.
Vor dem Gangabschnitt des Absetzbeckens befindet sich ein 1,0 m breiter Sandsteinquader als Trennung zwischen dem Absetzbecken und dem Haupttunnel. Somit hat man im Anlagenbereich nochmals einen 20 m langen Vorabsetzraum geschaffen.
Wir stehen genau an dieser Stelle im Wasser.
Nun wird vorsichtig über die Trennwand in die nächste Kammer gerutscht. Schon stehen wir bis zur Brust im
Anfahrt
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Foto
( Li.+Unt.) : Herr
Schacher, geol. Institut Heidelberg , SW Herr Rainer Dietric ![]() ![]() |