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Trippstadt ist eine Gemeinde mit großer Grundfläche am Rande des Pfälzerwaldes,

 ein nach Westen abfallendes Mittelgebirge auf rotem Buntsandstein, das streckenweise eisenführende Zonen enthält. In der früheren Vergangen­heit gebrauchte man zur Eisengewinnung Holzkohle und eisenhaltiges Gestein. Nach den ersten Schmelzstätten, Rennöfen genannt, kam als Voraussetzung für Schmelz­stätten mit durchlaufend arbeitenden Öfen noch Wasser­kraft hinzu, um Erzpochen, Windmaschinen und Schmiede­hämmer anzutreiben. Uber alle drei Erfordernisse verfügte Trippstadt in ausreichendem Maße, wenn auch das Erz später von den Gruben in Erzhütten bei Kaiserslautern, Imsbach und anderen Orten herbeigefahren wurde. Deshalb konnte sich in Trippstadt

eine Eisenindustrie entwickeln, der mit diesem Museum gedacht werden soll.

 Köhlerei

Die Verwendung von Holzkohle war bis zum Übergang auf die Steinkohle und

 Koks die einzige Möglichkeit. die beim Schmelzvorgang in dem Schmelzöfen und bei der Verarbeitung des Roheisens in den Hammerwerken erfor­derlichen hohen Hitzegrade zu erreichen. Es wurden große Mengen benötigt. Die Gienanthschen Eisenwerke ver­brauchten (um 1840) in einem Jahr 2.000 Fuder Holzkohle, zu deren Herstellung 12.000 Klafter (1 bayer. Klafter = 3,6 Festmeter) Holz verkohlt werden mußten. Siebzig Festmeter Holz benötigte man zur Erzeugung von einer Tonne Eisen. Zur Absicherung der nachhaltigen Versor­gung kaufte die Fa. Gienanth Wälder auf, so auch den großen Trippstadter Wald. Vielen Menschen gab die Köhle­rei ihr Auskommen. Neben den Köhlern, deren Zahl zeit­weise über 100

betrug, waren zahlreiche Holzhauer und Fuhrleute im Köhlereigeschäft tätig.   

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 Chronologie der Eisenverarbeitung

In der ersten Hälfte dieses Jahrtausends wurde in Renn­öfen, bei einem jeweils einmaligen Abbrand auch in Trippstadt Eisen erschmolzen. Belegt durch Bodenfunde in dem „Schmetzheck“ genannten umfurchten Gelände am Osterheldbrunnen.

Vor dem 3ojahrigen Krieg

lag die erste urkundlich nachgewiesene Schmelze. die Uralte Schmelz, an der Westspitze des Großen Rothenberg vor dem Junker Hennen Woog.

Die Alte Schmelz am Aschbach hat wahrscheinlich schon vor 1618 bestanden.

Ein Zainhammer (Kleineisenhammer) an der Stelle des jetzi­gen Mittelhammers am Ausgang des Karlstals ist urkundlich belegt.

Der Obere Hammer in der Nähe der Uralten Schmelz hat glaubhaft bestanden.

 1716        Belehnung des Freiherrn Ludwig Anton von Hacke mit dem Amt Wilenstein.index-d / index-gb / nach oben/

 1724 - 1727        Neuanlage bzw. Wiederherstellung der Schmelze am Aschbach (Alte Schmelz).

 1724 - 1754 Ohne Datumsangabe, Neuerrichtung des Unteren Hammers im Hammertal (später Herrenhaus) Neuanlage bzw. Wiederherstellung des Oberen Hammers unterhalb des Zusammenflusses von Moosalbe und Kottelbach.

 1742               Die neu erbaute Schmelz. nun Schmelz genannt, im Moosalbtal (Hammertal) geht in Betrieb. Die Alte Schmelz am Aschbach wird aufgegeben.

 01.05.1771 Bergrat Johann Jacob Gienanth pachtet als Temporalbeständer die Trippstadter Eisen­werke mit seinen an der Moosalbe gelegenen Betriebsstätten.

 1780               Der Pachtvertrag über die Trippstadter Eisen werke mit der Ww. Gienanth und ihrem Sohn Gideon wird auf 30 Jahre erneuert. Bis zum 01.01.1782 müssen die Pächter den Mittelhammer, ehem. Zainhammer am Ausgang der Karlstals wieder errichtet haben und in Betrieb nehmen.

1793               Die Familie von Hacke flieht vor den franzö­sischen Revolutionstruppen nach Mannheim.

 1801               Die Gienanthsche Statistik führt Ludwig Gienanth als Pächter auf. Die Betriebsanlage besteht zu der Zeit aus 1 Hochofen, 3 Großhämrner und 2 Kleinhämmer. Die Erze werden aus den Reichswalder und Imsbacher Gruben bezogen.

 1804 erwirbt Ludwig Gienanth, Eigentümer des Eisenwerks in Winnweiler, das Trippstadter Werk mit Wilensteiner Mühle, Woogen und Ländereien von Carl Theodor Freiherr von Hacke für 16.000 Gulden.

 1805 Ludwig Gienanth sorgt als Spezialkommissar für Straßenarbeiten im Departement Mont Tonnerre (Donnersberg) u. a. für den Bau der
        Straße vom Hammertal nach Kaiserslautern.

 1805 - 1809     Kauf der Moosa]ber Mahl- und Ölmühle, um die Wasserführung der Moosalbe bestimmen zu können.

 1811               Das Trippstadter Werk verfügt als Wasserreserve über Ii Weiher.

 1819               J. L. Gienanth wird in den persönlichen Adelsstand erhoben.

 1820 - 1821 Das „Herrenhaus“ am Unterhammer wird gebaut. Hier wohnten u. a. der Verwalter Emil Dietzsch und der Hüttenwerksdirektor C.  F. Brion aus Rothau, Elsaß.

 1822        August Gienanth übernimmt die Leitung des Trippstadter Eisenwerks

 1825 - 1827 Das Blechwalz- und Schneidewerk sowie der neu angelegte Walzweiher an dem unteren Aschbach gehen in Betrieb. Auch das Wasser

 der Moosalbe wird durch einen Umleitungs­graben in diesen Weiher geleitet. Das Walz­werk wird mit Steinkohle betrieben. Etwa 5000 Ztr (250 t) jährlich werden mit Pferde­fuhrwerken von St. Ingbert angefahren.

 1833        Reichsrat Ludwig von Gienanth kauft für Firma Gebr. Gienanth, Eisenwerke in Tripp­stadt das Dominalgut Trippstadt mit allen Wäldern, Schloß, Gebäuden und Grundstücken. Große alte Grenzsteine werden umgraviert und erhalten die Zeichen FvG/TW/1833, fehlende Steine werden durch neue ersetzt.

 1834               Auf der Eisenschmelz wird der alte 20 Fuß hohe Ofen durch einen 30 Fuß hohen Ofen ersetzt, der als Neuerung nun mit an der Gichtflamme angewärmtem Wind betrieben wird.

 1835               J. L. Gienanth erhält die erbliche Adels- und Freiherrnwürde.

 1852/53          Die Blechproduktion erreicht mit 10.623 Ztr. (531,6 t) ihren Höhepunkt.

 1856/57        Blütejahr der Roheisenproduktion im Trippstadter Werk mit 14 724 Ztr. (736,2 t).

 1863        Einstellung des Schmelzbetriebes auf der Eisenschmelz.

 1864               Die Produktionsanlagen der Gienanthwerke im Moosalbtal werden stillgelegt.

 1865               Carl Freiherr von Gienanth verkauft den Tripp­stadter Wald, Schloß und weitere Grundstücke.

 1886               Der Hochofen an der Eisenschmelz wird abgerissen.

 1892            Auch das Blechwalzwerk am Walzweiher stellt seinen Betrieb ein.

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 Weiterführende Literatur

Sonderausgaben aus der Schriftenreihe „Trippstadt im Kranz der Wälder!“:

Die Holzkohlebrennöfen im Schwarzbachtal von Jochen Stadler

 Ein Gang durch die Zeiten von Dieter Faas

 Sonderausgaben der Schriftenreihe „Blätter zur Heimatgeschichte“:

Köhlerei von Karl Munzinger

 Flurnamen in Trippstadt von Kurt Knebel (†)

 Überörtliche Literatur

Mannheimer Geographische Arbeiten 18;

B. Cloer, U. Kaiser-Gloer,

 Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in der

Pfalz im 18. und 19. Jahrhundert

 Urkunden aus dem Archiv des Herrn Baron von Gienanth

Eisenberg, der Archivbestand hefindet sich jetzt im

Landesarchiv Speyer.

 Pfälzische Ofenplatten von Erich Schmitt Alte Schmiedekunst Damaszenerstahl von Heinz Denig

 Altes Handwerk und Gewerbe in der Pfalz von Helmut Seebach

 Landesgeschichtlicher Exkursionsfiihrer Rheinland-Pfalz; Kremb/Lautzas.

 Eisenhüttenmuseum

67705 Trippstadt

Hauptstraße 26  Öffnungszeiten: Montag Freitag 10.00 12.00 Uhr  und 14.00 16.00 Uhr